Erotische Prosa

Inhaltsverzeichnis:     Saison in PlakiásDie TreppeDer AbendDreiEin Mann

Saison in Plakiás
(vollständige Fassung)

Kurz vor 13 Uhr setzte das Taxi ihn vor seinem Hotel an der Strandpromenade von Plakiás ab. Er genoss die warme Luft und den leichten Wind, der in diesem Ort, von Bergen umgeben, immer wehte. Es war Sommeranfang. Zu Hause in Hagenow kletterte das Thermometer nur mühsam auf 18 ° C, hier an Kretas Südküste, am Libyschen Meer, war herrlicher Sommer. Die Sonne brannte vom Himmel und das Meer glänzte wie ein Spiegel. Die Temperatur lag weit über 30 ° C.
In der Rezeption, die auch als Büro diente, hatte Aikateríni, genannt Katerína, die Tochter des Hotelbesitzers, Dienst. Tiga, wie ihre besten Freunde sie nannten, hatte alle Hände voll zu tun. Schließlich war Ab- und Anreisetag. Sie saß mit dem Rücken zu ihm und klapperte wie wild auf der Tastatur ihres Computers.
Er kannte Tiga schon einige Jahre. Wäre sie nicht mit Stéfanos verheiratet, der sein Freund war, wer weiß… Er verbot sich solche Gedanken und betrachtete sie als seine Wahlschwester, der man alles anvertrauen konnte, ohne zu befürchten, dass sie es nicht für sich behielt. Außerdem war Tiga eine Frohnatur, immer zum Scherzen aufgelegt. Weil er leidlich griechisch verstand und sprach, war dazu oft Gelegenheit.
Da Tiga ihn nicht bemerkte, klopfte er laut an die Fensterscheibe der Rezeption. Mit Schwung drehte Katerína den Stuhl, rollte an den Schreibtisch unterhalb des Fensters und sah auf.
„Andríko“, rief sie, strahlte übers ganze Gesicht, eilte aus dem Raum und umarmte ihn. „Jássu. Wir warten schon auf dich“.
Er küsste sie auf beide Wangen. „Der Taxifahrer hat sich mal wieder verspätet.“
„Ja, diese Taxifahrer“, seufzte Tiga. „Du kommst diesmal allein?“, fragte sie erstaunt.
So kam er nicht umhin, ihr zu erzählen, dass seine Freundin sich vor drei Monaten von ihm getrennt hatte. Wegen der weit voneinander entfernten Wohnorte, der wenigen Zeit an nur einigen Wochenenden und so weiter und so fort. Tiga meinte, diese Freundin sei es dann nicht wert gewesen. Das war zwar tröstend gemeint, aber so einfach lagen die Dinge nun auch nicht. Jedenfalls war er seitdem Single. Er bedankte sich dafür, dass das Hotel ihm ausnahmsweise das ursprünglich gebuchte Doppelzimmer als Einzelzimmer berechnet hatte. Er hatte dasselbe Zimmer wie im vorigen Jahr, im obersten zweiten Stock, mit Balkon, Blick auf das Meer und den davor gelegenen Badestrand.
Tiga übergab ihm die Schlüssel für sein Zimmer und den Nebeneingang des Hotels, ließ den Koffer und die Reisetasche nach oben bringen. Sie besorgte ihm aus der Küche kalte Dolmades und ein Glas mit Wasser vermischtem Weißwein. Die mit gewürztem Reis und Rosinen gefüllten Weinblätter schmeckten wunderbar und das Getränk erfrischte. Er hatte es eilig und wollte so schnell wie möglich an den Strand.
Als er sich verabschiedete, meinte Katerína: „Übrigens, Andríko, dein Griechisch ist noch besser geworden“.
„Ich habe auch den ganzen Winter geübt, Tiga, damit ich dir noch schönere Komplimente machen kann.“
Sie lachte. „Ich warte darauf, Andrikouli. Heb mir ein paar auf. Verschenk sie nicht alle am Strand.“
Diese Tiga. Wenn ihn eine durchschaute, dann seine Wahlschwester.
Auf dem Zimmer packte er seine Badesachen, zwei Flaschen Wasser aus der Zimmerbar und ein Buch ein und verließ das Hotel durch den Nebeneingang. Er überquerte die Straße. Unter einer Tamariske schlief die „Viererbande“, vier Hunde des Ortes, welche immer gemeinsam durch die Gegend streunten. Sie nahmen ihn nicht zur Kenntnis. Auf dem gepflasterten Weg im Schatten der Tamarisken, in deren Wipfeln die Singzikaden zu Tausenden zirpten, ging er am Textilstrand vorbei in Richtung der felsigen Halbinsel Sarella. Am Fuß der Steilwand befand sich der einzige offizielle FKK-Strand Kretas. In den letzten Jahren kamen, besonders am Wochenende, immer mehr Kreter, erstaunlicherweise auch jüngere Frauen, von der ganzen Insel hierher. Heute, da viele Touristen ab- und anreisten, war der Strand nur halb gefüllt. Selbst um diese Tageszeit waren noch viele Liegen und Sonnenschirme frei. Er stapfte durch die Dünen, fast die einzigen auf Kreta, die sich im Windschatten der Steilwand gebildet hatten. Auch die wilden Strandlilien, die hier wucherten, waren sehr selten. Im September blühten sie mit süßem, betäubendem Duft.
Er rückte eine Liege in den Schatten eines Schirmes, legte seine Sachen ab, zog sich aus und ging in Badeschuhen durch den heißen Sand zum Uferstreifen. Die Latschen stellte er dort ab und watete ins Meer. Das Wasser erfrischte, war noch nicht zu warm. Er umging die aus dem Meer ragenden Sandsteinblöcke und achtete auf die im Wasser verborgenen flachen Steinplatten. Vielleicht hundert Meter weit schwamm er hinaus, ließ sich dann von den leichten Wellen zurücktragen. Nachdem er sich unter der Dusche das Salzwasser vom Körper gespült hatte, ging er zu seiner Liege, trocknete sich ab, cremte sich ein, breitete das Handtuch über die Liege und legte sich hin. Nun spürte er doch Müdigkeit, schließlich war er seit dem frühen Morgen auf den Beinen, und dämmerte vor sich hin.
Er wachte auf, weil ihm die Sonne ins Gesicht schien. Nachdem er die Liege in den Schatten des Schirmes gerückt und sich wieder hingelegt hatte, fiel sein Blick auf die Frau unter der Dusche, vielleicht zehn Meter von ihm entfernt. Ihre Gestalt hob sich deutlich vor der Felswand im Hintergrund ab.
Sie war schlank, mittelgroß, am ganzen Körper leicht gebräunt. Die schwarzen Haare hatte sie hochgesteckt. Den Kopf nach hinten gebogen, strömte ihr das Wasser über die Brüste, den Bauch, in das dichte schwarze Schamhaar und dann die Beine hinunter. Sie beugte sich nach vorn, ließ das Wasser den Rücken hinab über die Pobacken fließen. Der Hintern war fest. Obwohl sie kräftige Schenkel hatte, wirkte der ganze Körper sportlich, dabei nicht zu muskulös, sondern sehr weiblich. Als die Frau das Wasser abstellte und sich umdrehte, blitzten die im Vlies des Venushügels versammelten Wassertropfen in der Sonne wie hundert Diamanten. Es sah aus, als schmücke sich das Delta der Lust mit einem Geschmeide. Ein wunderschöner Anblick, den sie bot. Und vor allem, sie ahnte nichts davon.
In Richtung des großen Feigenbaumes entfernte sie sich. Um die Pfütze vor der Dusche schwirrte ein Schwarm Sandwespen, die ihren Durst stillten. Unter der Feige angekommen, trocknete die Frau sich ab, legte sich auf ihre Liege, nahm eine Zeitschrift vom Boden auf und las. Eine gute Idee. Andreas holte sein Buch aus der Tasche und vertiefte sich in die Lektüre. Umfangreiche Ausgrabungen an der südlichen Donau hatten Überreste großer Städte zu Tage gebracht. Diese waren größer als die Mesopotamiens und bezeugten Europas erste Hochkultur zwischen 6000 und 4000 Jahren vor Christus, noch vor der minoisch-mykenischen Zeit in Griechenland.
Eine Stunde mochte vergangen sein. Gerade als er interessiert das Foto einer Frauenstatuette mit breiten Hüften und spiralförmig gezeichneten großen Hinterbacken betrachtete, welche zum Ritual einer Fruchtbarkeitsgöttin der Jungsteinzeit gehörte, ging die schöne Frau von der Dusche an ihm vorbei zum Meer. Er sah ihr nach. Die sanft geschwungenen Hüften verkörperten einen anderen Typ von Weiblichkeit. Beim angestrengten Gehen im Sand rollten die Pohälften gegeneinander.
Er wartete ein paar Minuten und ging dann ebenfalls baden. Seine Schuhe stellte er ein Stück weiter neben ihre und ging den Wellen entgegen. Die Frau saß nichtsahnend auf einem grün bewachsenen Sandsteinblock, baumelte mit den Beinen im Wasser und hielt, die Augen geschlossen, ihr Gesicht in die Sonne. Sie war ja wohl von allen guten Geistern verlassen.
„Runter da!“, rief er ihr zu. Sie reagierte nicht. „Hallo, Sie da! Runter von dem Stein!“
Die Frau schlug die Augen auf, sah ihn verständnislos an, zuckte mit den Schultern und schloss wieder die Augen. Sie verstand ihn wohl nicht. Bei ihr angekommen, riss er sie vom Stein. Die weichen Brüste und der Bauch prallten an seinen Körper.
„Sie dürfen sich nicht auf die Steine setzen!“
Die Frau starrte ihn mit weit aufgerissenen, tiefblauen Augen an. Entrüstet schrie sie: „Was fällt Ihnen ein! Sind Sie verrückt!“
Eine Deutsche, freute er sich, da klatschte schon ihre Hand in sein Gesicht. Sie zeigte ihm einen Vogel und mit den Armen rudernd eilte sie ins tiefe Wasser. Er sah ihr verdattert nach. Zum Schwimmen verspürte er nun keine Lust mehr. Ein schöner erster Urlaubstag war das! Als er aus dem Wasser stieg, saßen alle auf den Liegen und starrten ihn an. Am liebsten hätte er die Badelatschen der Frau ins Meer geworfen. „Gafft nicht so“, sagte er laut, „versteht ja doch nichts.“
Er duschte, trank eine Flasche Wasser halb leer, stellte das Kopfteil der Liege höher, legte sich hin und nahm wieder das Buch zur Hand. Die Statuette der Göttin erschien ihm jetzt etwas attraktiver. Zumindest blamierte sie ihn nicht. Nun, die Schwarzhaarige würde bald spüren, wie gut er es mit ihr gemeint hatte. Als sie vom Baden kam, bezwang er seine Neugier und nahm keine Notiz von ihr. Später, er drehte sich auf die andere Seite, ihr zugewandt, sah er, wie sie sich verstohlen zwischen den Schenkeln kratzte. Das Jucken würde noch ein paar Tage zu spüren sein. Trotz Schadenfreude tat sie ihm etwas leid. Er schloss die Augen. Im Halbschlaf sah er die donauländische Schöne mit schokoladenbraunen mächtigen Hinterbacken. Auch die riesigen Brüste zierte das Spiralmuster. Im Gegensatz zum Foto hatte sie Arme und kratzte sich mit breiten Händen zwischen den prallen Schenkeln.
Benommen wachte er aus tiefem Schlaf auf. Über sich hörte er eine Frauenstimme. Vor ihm stand die Schwarzhaarige. Was wollte sie? Er dachte nicht daran sich aufzurichten und blieb demonstrativ liegen. Ihr Busch befand sich über seinen Augen. Wirklich sehr schön, das schwarze Gekräusel. Der Bauch war flach. Die Frau hockte sich vor ihn. Nun sah er auf die hoch angesetzten Brüste. Sie konnte auch ohne BH gehen. Die wisí drängten nach außen und bedurften kaum einer Stütze. Die Schlucht zwischen den Brüsten war zwei Finger breit. Gern würde er dort hindurchwandern, auf die Hügel kraxeln, die Warzen und die dunklen Vorhöfe streicheln.
„Sie hören mir ja gar nicht zu!“, sagte sie gereizt.
„Wie?“ Er sah ihr ins Gesicht. „Was meinten Sie?“ Auf Mitte dreißig schätzte er sie, ein paar Jahre jünger als er. Ihre Nase war schmal. In den Augenwinkeln nisteten kleine Falten.
„Ich sagte, dass ich mich bei Ihnen entschuldigen möchte.“
Nun schwang er doch die Beine von der Liege. „Setzen Sie sich doch bitte.“
„Danke.“
„Brennt es sehr?“
„Ja, fürchterlich. Dabei habe ich doch nur ganz kurz gesessen.“
„Ihr Glück.“
„Ich bitte Sie wirklich um Verzeihung. Ich ahnte doch nicht, warum Sie mich vom Stein zerrten.“
„Das sind Seeanemonen. Nesseltiere. Die leben in Symbiose mit Algen auf den vom Meer umspülten Steinen. Sieht wie Moos aus. Ist aber nicht gefährlich. Tut nur weh. Es klingt in einigen Tagen ab. Sie können eigentlich nur kühlen. Und halten Sie die Beine auseinander, wenn Sie liegen.“ Bei der Vorstellung dieses Anblicks musste er sich das Grienen verkneifen.
„Ich möchte das Missverständnis wiedergutmachen. Was kann ich denn tun, damit Sie die Ohrfeige vergessen?“, fragte sie.
„Oh, da sind zwei Aspekte zu beachten“, dachte er laut nach. „Erstens die Blamage vor allen Badern und zweitens der eigentliche Dank für meine gute Absicht. Kommen Sie morgen wieder hierher?“
„Ja, vormittags.“
„Als Rehabilitierung vor den Badegästen wäre es gut, wenn ich meine Liege dann neben Ihre stellen dürfte. Ich komme nach dem Frühstück, so gegen zehn.“
„Dann bin ich schon hier.“ Die Frau überlegte. „Sie sind ganz schön schlau. Aber ich stehe in Ihrer Schuld. Abgemacht.“
„Würden Sie, wenn Sie vor mir da sind, schon zwei Liegen und einen Sonnenschirm unter dem Feigenbaum aufstellen?“
„Aber brauchen wir denn einen Schirm? Unterm Baum ist es doch schattig?“
„Aber noch nicht zu der Zeit.“
„Gut, das tue ich. Das wäre die Rehabilitierung? Und was wäre dann der eigentliche Dank?“
„Darüber reden wir morgen.“ Er wusste noch nicht, was er von ihr einfordern würde.
„Sie machen es aber spannend. Da kann ich ja die ganze Nacht nicht schlafen.“
„Ach, so schlimm wird es schon nicht. Sie haben nichts Unangenehmes zu befürchten. Übrigens, ich bin Andreas. Aber sagen Sie bitte nicht Andy. Das hasse ich. Besser Andriko, wie meine griechischen Freunde mich nennen.“
„Ich bin Beatriz, mit „iz“ geschrieben. Mein Großvater war Spanier. Sie können mich aber Bea nennen.“
„Bea, ich will jetzt noch einmal schwimmen und dann zurück ins Hotel.“
„Ja, ich wollte auch noch mal ins Wasser, bevor ich losgehe.“
Sie standen auf und stapften zusammen durch den Sand zum Meer.
Bea schwamm besser als er. Ein Stück weit war sie vor ihm, als er schon umkehrte. Am Strand hatte sie ihn fast eingeholt. Sie duschten nacheinander.
Nach zehn Minuten stand sie, er war schon angezogen, neben ihm, in einer verwaschenen blauen Jeans. Ihr Top war so geschnitten, dass man schön den Ansatz der Brüste sehen konnte. Die Strandtasche hatte sie sich über die Schulter gehängt. In einer Hand baumelten zierliche, braune Ledersandalen. „Wollen wir?“
„Ja.“ Er schnappte sich seine Tasche. Sie machten sich auf den Heimweg. Es war schon später Nachmittag. Auf dem Pflasterweg angekommen, verstaute sie ihre Badeschuhe und zog, sich auf ihn stützend, die Sandalen an.
„Da vorn, das ist mein Hotel“, zeigte er auf ein Gebäude am Ende des Strandweges. „Und wo wohnen Sie?“
„Eine Freundin hat mir ihr Haus im Ort überlassen, während sie Urlaub in Italien macht.“
„Ein ganzes Haus! Da haben sie es gut getroffen.“
Bea erzählte ihm von ihrer Studienkommilitonin Irene an der Kunsthochschule in Berlin. Bea hatte dort Malerei studiert. Rena, wie Irene sich später nannte, war gelernte Goldschmiedin, fand diesen Beruf aber dann nicht mehr interessant und studierte lieber Bildhauerei. Die beiden Frauen befreundeten sich und unternahmen viel gemeinsam. In einem griechischen Restaurant lernte Rena den Besitzer, Silénos, einzigen Sohn einer reichen Hotelierfamilie aus Réthymnon kennen, heiratete ihn und bekam auch gleich ein Kind von ihm. Bea fand das alles ziemlich überstürzt. Ohnehin mochten sie und Silénos sich nicht besonders. So schlief die Freundschaft zwischen den Frauen etwas ein. Drei Jahre nach der Geburt der Tochter Nike starb Renas Mann bei einem Autounfall. Er fuhr, wohl übermüdet, mit voller Geschwindigkeit unter einen Laster und war auf der Stelle tot. In der letzten Zeit ihrer Ehe hatte es zwischen ihnen gekriselt, mit Streitereien bis in die Nacht.
Irene verkaufte dann das Restaurant in Berlin und zog bald darauf nach Hamburg, wo ihre Eltern wohnten. Der Kontakt zwischen Rena und Bea brach völlig ab. Als zehn Jahre später kurz nacheinander die Eltern von Silénos starben, erbte Irene das große Hotel in Réthymnon sowie das kleine Hotel und das Sommerhaus der Familie in Plakiás. Beide Hotels verkaufte sie an je einen Cousin von Silénos. Als die Tochter vierzehn Jahre alt war, blieb diese bei den Großeltern und Rena zog nach Plakiás in das Sommerhaus. Sie eröffnete im Ort ein Geschäft für Schmuck und Kunstgewerbe, teilweise von ihr selbst hergestellt. Nebenbei betrieb sie weiter Bildhauerei, spezialisierte sich auf Plastiken aus Olivenholz.
Andreas kannte Renas Geschäft. Es gefiel ihm. Voriges Jahr hatte er seiner Freundin dort einen schönen Anhänger, einen Rohbernstein, in silbernem Rahmen montiert, gekauft.
Kurz vor Irenes Umzug nach Plakiás trafen sie und Bea sich zufällig auf einer Vernissage in Berlin und Rena lud sie zum Besuch in ihrem Haus bei nächster Gelegenheit ein. Es dauerte zwei Jahre, bis Bea der Einladung folgen konnte. Sie war vorher noch nie in Griechenland gewesen, verbrachte den Urlaub immer nur in Spanien bei Verwandten ihres Großvaters.
Rena war damals in Plakiás schnell heimisch geworden. Sie sprach griechisch und ihre Schwiegereltern waren hier sehr beliebt gewesen. Zudem hatte Irene gute Beziehungen zu der ortsansässigen kleinen Gemeinde von Deutschen. Zurzeit bereiste sie mit ihrer Tochter die Toskana, um die etruskischen Grabdenkmäler und Kunstwerke zu besichtigen. Griechenland kannte Nike schließlich zur Genüge aus den früheren Ferien bei ihren kretischen Großeltern und deren Verwandten auf dem Festland.
Bea und Andreas waren vor seinem Hotel, das einen Restaurantvorbau hatte, angekommen. „Haben Sie zufällig Penaten-Creme, Bea?“, fragte er sie.
„Nein. Warum?“
„Das würde gut gegen ihre Nesseltier-Hautentzündung helfen. Ich habe solche Creme oben auf meinem Zimmer. Ich hole sie. Oder möchten sie mit nach oben kommen und sich mal mein Zimmer ansehen?“
„Darf ich denn das?“, fragte Bea.
„Natürlich. Die Besitzer haben es nur nicht gern, wenn man jemanden über Nacht bei sich behält. Schließlich bezahlt man nur für eine Person. Aber am Tage haben sie nichts gegen Besuch. Außerdem bin ich ja so etwas wie ein Freund des Hauses. Kommen Sie, wir gehen durch den Nebeneingang.“
„Warum nicht durch den Haupteingang? Sie haben wohl doch ein bisschen Angst vor dem Personal.“
„Überhaupt nicht. Das Haus hat drei Eingänge. Einen Nebeneingang zur Rezeption, den Haupteingang hier, durch den man in das öffentliche Restaurant und dann ins Innere des Hotels kommt und den Nebeneingang von der Seitenstraße aus. Für den erhalten alle Hotelgäste einen Schlüssel, so dass sie nicht immer durch den Gastraum gehen müssen und die dort sitzenden Gäste stören. Außerdem schließt das Restaurant um 23.00 Uhr. Und danach kommt man nicht mehr durch den Haupteingang hinein.“ Er öffnete die Nebeneingangstür und sie stiegen die Treppen hinauf bis in das Obergeschoss.
Als sie sein Zimmer betraten, staunte Bea: „Das ganze Zimmer in blau und weiß.“
„Das sind die typisch kretischen Farben.“
„Hell und sonnig ist es. Und einen Balkon haben sie auch.“ Sie betrat ihn.
„Ja, aber trotz der Markise ist es darauf sehr heiß.“
Während sie auf das Meer schaute, holte er ein Fernglas und gab es ihr. „Hier, Bea, sehen Sie sich mal unseren FKK-Strand dort links vor den Felsen an.“
„Es sind immer noch Leute dort. Und das betrachten sie wohl öfter genüsslich?“
„Nein, was denken Sie? Am Vormittag scheint voll die Sonne auf den Balkon. Und wenn man dann durch das Glas zum Strand schaut, bemerken die Badenden dort das Blitzen und beschweren sich eventuell im Hotel. Am Nachmittag fällt es natürlich niemandem auf. Aber ich sehe lieber aufs Meer. Den FKK-Strand besuche ich ja fast jeden Tag.“
Sie schwenkte das Fernglas nach rechts, so dass sie den Ort vor sich hatte. „Oh, da hinten ist Renas Haus! Das weiße mit den blauen Türen und Fensterrahmen und den Oleandern auf der Treppe. Sehen Sie selbst.“
Sie gab ihm das Glas. Er fand das Haus. Es war schön und ziemlich groß. „Wirklich toll“, staunte Andreas. „Darin kann man sich wohlfühlen. Und einen großen Garten hat es auch, voller Bäume.“
„Zitronen, Orangen und was weiß ich noch.“
„Bea, wollen wir uns nicht einen Augenblick ins Zimmer setzen?“, fragte er. „Mir ist hier draußen, ehrlich gesagt, zu heiß.“
Er bot ihr einen Stuhl an dem kleinen Tisch an. Sie setzte sich.
„Jetzt bekommen Sie erst mal die Creme.“ Der Schublade des Nachttisches entnahm er eine Blechschachtel.
Bea sah sich gründlich im Raum um. „Das ist ja ein Doppelzimmer?“, wunderte sie sich.
„Sie hatten keine Einzelzimmer mehr“, erwiderte er kurz. „Die Creme hier schmieren Sie sich auf die entzündeten Stellen. Dann klingt es besser ab. Und immer wieder kühlen. Dann haben Sie es in wenigen Tagen halbwegs schmerzfrei überstanden.“
„Danke, Sie sind ein Schatz. Ich werde alles befolgen, Herr Doktor.“
Andreas lachte. „Möchten Sie noch einen Schluck Wein mit mir trinken?“
„Wenn Sie welchen haben.“
„Nur weißen.“
„Ich trinke gern Rotwein, aber auch Weißwein.“
Er ging zur Zimmerbar, holte eine Flasche Weißwein und eine Flasche Wasser heraus, nahm aus einem Schrank zwei Weingläser und stellte alles auf den Tisch. Mit einem Korkenzieher aus dem Nachttisch entkorkte er den Wein und goss die Gläser halbvoll. Dann füllte er sie mit Wasser auf.
„Warum verpanschen Sie denn den Wein?“, fragte Bea neugierig.
„Wer ihn hier pur trinkt, gilt als Barbar, fast als Alkoholiker. Zumal bei dieser Hitze. Zwei, drei Gläser und Sie lallen und torkeln vielleicht. Schon in der Antike mischten die Griechen ihren Wein mit Wasser. Dafür hatten sie große Mischkrüge, die reich verziert, oft auch mit erotischen Szenen geschmückt waren. Wenn Sie in Ihrem Urlaub eine Bustour nach Heraklion machen, können Sie solche Gefäße dort im Museum besichtigen. Jetzt aber zum Wohl. Auf unsere Bekanntschaft.“
Bea lachte: „Auf unsere besondere Art, Bekanntschaft zu schließen.“ Die Gläser klirrten aneinander. „Kann man trinken“, meinte Bea.
„Und Sie haben also Malerei studiert?“, fragte er.
„Ja, ich bin beruflich wirklich Malerin, habe ein eigenes Atelier und außerdem eine Verkaufsgalerie für bildende Kunst in Berlin-Wilmersdorf. Zwei Straßen weiter wohne ich auch. Und was sind Sie von Beruf, Andreas?“
„Ich bin studierter Museologe. Arbeite im Landesmuseum in Schwerin. Wohne in Hagenow. “ Er goss ihnen nach.
„Oh“, rief Bea nach einem Blick auf ihre Uhr, „ich muss los, noch ein paar Anrufe für meine nächste Ausstellung machen.“ Sie trank hastig aus und legte die Creme in ihre Tasche.
„Ich bringe Sie runter, Bea“
„Nein, Andreas. Das brauchen Sie nicht.“ Sie gab ihm die Hand. „Also, bis morgen um zehn Uhr?“
„Ja, spätestens. Vielleicht bin ich auch ein bisschen eher da.“ Er folgte ihr bis zur Treppe, die sie hinuntereilte.
„Danke für alles, wirklich für alles.“ Sie winkte ihm zu. Er hörte das Klappen der Haustür.
Vom Balkon aus sah er, wie sie schnellen Schrittes ging. Plötzlich wandte sie sich um, entdeckte ihn auf dem Balkon und winkte noch einmal.
Jetzt sah auch er auf die Uhr. Tatsächlich. Schon 19.00 Uhr. Zeit fürs Abendessen. Heute würde er sich Lammbraten und einen herzhaften Tomatensalat mit Basilikum gönnen. Er trank sein Glas aus und stieg die Treppen hinab.
Am nächsten Vormittag kam er schon halb zehn am FKK-Strand an. Diesmal waren es deutlich mehr Urlauber als gestern. Er sah kaum eine freie Liege. Zum Glück hatte Bea ihr Versprechen gehalten. Unterm Feigenbaum standen zwei Liegen nebeneinander, beschattet von einem Sonnenschirm. Auf einer lag Bea. Als Andreas vor ihr stand, zeigte er die Faust mit aufrechtem Daumen. „Gut gemacht!“
„Um eine Liege habe ich mich gestritten. Aber ich war drei Schritte vor der Frau dran. Sie hat mächtig auf Russisch geschimpft. Ich habe nicht nachgegeben“, sagte Bea.
„Prima.“ Er gab ihr die Hand. „Was macht Ihr kleines Problem?“
„Ich habe wirklich viel gekühlt, wie der Doktor mir empfahl. Und bevor ich ins Bett ging, habe ich mich gut eingecremt. Und bis heute Morgen durchgeschlafen.“
„Na fein. Dann werden wir es auch bald überstanden haben“, sagte er in typischem Ärztejargon.
Sie lachte belustigt. „Sie könnten wirklich einen Arzt spielen.“
„Besser nicht.“ Er zog sich aus und sah dabei die Gemeindeangestellte ihre Runde machen. Aus seiner Tasche kramte er das Portemonnaie, das Geschirrtuch, welches ihm Tiga mitgegeben hatte, und zwei kalte Flaschen Wasser.
Da stand die Frau von der Gemeindeverwaltung auch schon vor ihnen. Bea schaute interessiert zu, wie er sich auf Griechisch mit der Angestellten unterhielt. Er bezahlte für zwei Liegen, der Sonnenschirm war inbegriffen, bekam zwei Karten ausgehändigt und wurde ermahnt, vor dem nach Hause gehen unbedingt die Liegen und den Sonnenschirm wieder am Strand aufzustellen.
„Sie können ja Griechisch“, staunte Bea, als die Frau sich entfernte.
„So leidlich, ich komme ja schließlich schon mehr als zehn Jahre hierher.“
„Gestern hat doch niemand kassiert“, wunderte sie sich.
„Am späten Nachmittag verzichtet die Gemeinde darauf.“ Andreas hielt ihr das Geschirrtuch hin. „Halten Sie mal.“ Er goss das kalte Wasser übers Tuch, wrang es etwas aus und faltete es zusammen. „Dieses Tuch“, dozierte er, „legen Sie sich nun zwischen die Schenkel. Wenn es warm wird, gießen wir wieder kaltes Wasser drüber.“
„Sie sind ja richtig lieb zu mir.“
„Na ja, sagen wir es so, ich bin kein Unmensch. Habe Ihre Qualen auch schon einmal durchlitten. Aus Schaden wird man klug.“
Sie legte sich das Tuch zwischen die Beine und seufzte. „Herrlich. Das tut gut. Auf die Idee kam ich gestern Abend gar nicht. Ich habe nur unter der Dusche kaltes Wasser über die roten Stellen laufen lassen.“ Bea streckte sich auf der Liege aus. „Andreas, stört es Sie, wenn ich jetzt die kühle Windel genieße und ein wenig schlafe?“ „Nein, überhaupt nicht. Ich lese inzwischen.“
Bea wandte ihm den Rücken zu. Ein Zipfel des Tuchs sah zwischen den Schenkeln hervor. „Ach, Andreas“, sagte sie plötzlich, „würden Sie mir bitte noch den Rücken einschmieren? Die Haut spannt schon.“
„Gern.“ Er stand auf. Sie reichte ihm die Tube Sonnenschutz und legte sich auf den Bauch. Er schmierte den Nacken und die Schulterblätter ein. Ihm fiel auf, dass sie kräftige Schultern hatte. Als Andreas seitlich am Rücken entlang strich, berührten seine Finger leicht die Brüste. Bea räusperte sich. Er zog die Finger zurück, spritzte noch einen Klecks auf den Rücken über den Lendenwirbeln und verrieb ihn. Er blickte auf Beas Vulva zwischen den gespreizten Schenkeln. Von den Nesseltieren war sie verschont geblieben. Die äußeren Lippen waren prall geformt, mit schwarzen Härchen bedeckt und der Schlitz war deutlich eingekerbt. Schade, dass Frauen die Bezeichnung „Pflaume“ nicht mochten. Dabei sah das weibliche Geschlecht tatsächlich wie eine Pflaume aus. Wenigsten „Pfläumchen“ sollte Männern erlaubt sein zu sagen Auch einem dicken gespaltenen Pfirsichstein ähnelte die mouní. Bea bewegte sich etwas. Die äußeren Lippen klafften jetzt ein wenig auseinander und zwischen ihnen sah er einen rosa Streifen. Nun wirkte ihr Geschlecht wie eine Mohnknospe, die gerade aufplatzt. Er musste sich beherrschen, sie nicht zu streicheln. Die Hand rutschte etwas tiefer zum Ansatz des schön gerundeten Hinterns.
„Nur den Rücken, Andreas, den Rücken“, ermahnte Bea ihn. Er gab ihr die Tube zurück und legte sich auf die Liege. Sie stand auf, cremte sich den Po ein, dann die Vorderseite, die Oberschenkel und Waden bis hinunter zu den Füßen. „Soll ich Sie auch einschmieren, Andreas?“
„Nein, danke. Noch nicht nötig.“
Wieder auf der Liege, drehte sie ihm erneut den Rücken zu. Ab und zu warf er einen Blick auf ihre mouní zwischen den Schenkeln. Sein Glied versteifte sich etwas.
„Der typische FKK-Bader sind Sie aber nicht, Andreas“, sagte Bea nach zirka einer Viertelstunde. Sie schlief also nicht. „Wieso, wie meinen Sie das, Bea?“
„Als ich mich gestern duschte, betrachteten Sie mich sehr eingehend. Wäre ich nicht schon nackt gewesen, ich hätte geglaubt, Sie zögen mich in Gedanken aus. Und als ich mich bei Ihnen entschuldigte, waren Sie tief in den Anblick gewisser Details versunken. Ich denke, FKK-Bader sehen sich immer nur ins Gesicht?“ Sie drehte sich um und sah ihn belustigt an. Spottfunken tanzten in ihren Augen, als ihr Blick kurz seine untere Körperhälfte streifte.
Er zwang sich, ihr fest in die Augen zu blicken. „Sie gehen doch auch FKK-Baden?“
„Ja.“
„Und wohin schauen die Männer bei Ihnen?“
„Einige dorthin, wo Sie hingesehen haben.“
„Wer hat denn nun eigentlich wen beobachtet?“, fragte er wieder.
„Aber ich Sie erst, nachdem Sie mich. Da, Sie rutschen mit den Augen schon wieder tiefer.“
Er stöhnte, leicht genervt. „Ich kann mich eben nur schwer zwingen, weibliche Schönheit nicht näher in Augenschein zu nehmen. Wäre es Ihnen lieber, wenn ich nicht hinsähe?“
„Wissen Sie, Andreas, ich kann Sie sogar verstehen.“
„Wirklich?“
„Wie sie den weiblichen Körper mögen, mag ich den männlichen. Ich erzählte Ihnen doch gestern, dass ich eine Ausstellung vorbereite.“
„Ja, das sagten Sie.“
„Es ist eine Aktausstellung. Die beteiligten Künstler haben mir aber ausschließlich weibliche Akte gegeben. Das geht so nicht. Ein paar männliche Akte müssen schon dabei sein.“
„Das leuchtet mir ein.“
„Gut, dass Sie das verstehen. Und nun mein Attentat auf Sie: Andriko, Sie müssen mir Modell stehen.“
„Sie wollen mich nackt malen?“
„Ja“, bekräftigte Bea ihr Anliegen.
„Das kommt nicht in Frage. Wenn man mich erkennt!“
„Nun seien Sie doch nicht prüde, Andriko. Als FKK-Bader! Ich verspreche Ihnen auch, das Gesicht nicht zu deutlich zu malen. So erkennt Sie niemand. Und außerdem, wer aus Ihrer Gegend fährt denn zu meiner Ausstellung nach Berlin?“
„Und Sie malen mich mit Penis?“
„Na, selbstverständlich. Der gehört doch wohl dazu. Und kann sich sehen lassen.“ Sie grinste.
„Suchen Sie sich einen anderen Mann.“
„Andriko, es ist nicht mehr viel Zeit. Haben Sie sich doch nicht so.“
„Aber nur mit schlaffem Schwanz!“
„Nein, mit halb steifem.“
„Mamma mia. Mir bleibt wohl nichts erspart. Hätte ich Sie nur nicht vom Stein gerissen. Und wenn er völlig schlapp bleibt?“
„Bleibt er nicht. Bei der Hitze bin ich selber nackt, wenn ich zeichne. Oder gefällt Ihnen mein Körper nicht?“
„Doch, doch“ versicherte er eilig und das entsprach ja der Wahrheit.
„Wir schaffen das schon. Außerdem besitzt Rena eine umfangreiche erotische Bibliothek. Dann gebe ich Ihnen eben das „Kamasutra“ zum Lesen. Und wenn das nicht hilft, muss ich selber Hand anlegen.“ Sie kicherte. „Aber das wird nicht nötig sein. Da bin ich mir ganz sicher.“ Bea sah ihn erwartungsvoll an.
Nach kurzem Überlegen meinte er: „So ganz ungeschoren kommen Sie aber auch nicht davon.“
„Wie das?“
„Haben sie heute Abend schon etwas vor?“
„Nein, noch nicht.“
„Dann lade ich Sie zu einem Abendessen in mein Lieblingsrestaurant ein. Es liegt auf dem Berg hinter Plakiás, auf halber Strecke zwischen dem Ort und Mirthios. Und gehört einem Freund von mir, Giannis. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die Bucht mit dem Hafen.“
„Ich bezahle.“
„Nein, ich bezahle. Aber ich genieße dann den ganzen Abend Ihre Gesellschaft.“
„Erpresser!“
„Gut, Bea, dann suchen Sie sich ein anderes Modell.“
„Nein, nein. Das geht in Ordnung.“
„Der Abend ist dann zugleich Ihr Dank für meine gute Tat gestern.“
„Oh, da habe ich Glück! Ein Abend zusammen für zwei gute Taten von Ihnen. Wobei, die zweite, das Modellsitzen, steht noch aus. Und wann wollen wir hingehen?“
„Ich hole Sie um sieben vor dem Haus ab. Ich weiß ja, wo es ist. Wollen wir jetzt baden?“
Sie rannten zum Meeressaum. Im Wasser spritzte sie ihn voll und rief: „Wir schwimmen um die Wette.“ Und kraulte davon. Da kam er mit Brustschwimmen nicht hinterher.
Als er zurück zum Ufer schwamm, holte Bea ihn ein. „Na, ein überragender Schwimmer sind Sie aber nicht, Andriko.“
„Bea, ich habe mir mit vierzehn Jahren auf der Erweiterten Oberschule in der Stadt, heute heißt das ja Gymnasium, das Schwimmen mühsam selber beigebracht, um mir nicht meine Sportzensur zu vermasseln. Bei uns zu Hause gab es weit und breit keinen Badesee.“
„Und ich war Dritte der Berliner Schwimm-Meisterschaft in meiner Altersklasse. Soll ich Ihnen in den nächsten Tagen Nachhilfeunterricht geben, als Honorar für das Modellsitzen.“ Sie meinte es wohl ernst.
„Nein, nicht nötig. Es müssen ja nicht alle den Ärmelkanal durchschwimmen können.“
„So gut bin ich nun auch nicht.“
Als er auf der Liege wieder in seinem Buch las, fragte Bea ihn belustigt, auf den Buchdeckel mit der Abbildung der Donauschönen deutend: „Das ist wohl Ihr Frauenideal?“
„Nein. Das müssen Sie verstehen. In der Steinzeit war es wichtig, dass die Frauen richtige Fettpolster an Brüsten und Hintern hatten, damit sie in der ernährungsarmen Winterzeit die Kinder durchbrachten. Damals säugten die Frauen ihre Kinder mehrere Jahre. Demzufolge wurden üppige Frauen auch verehrt.“
„Und wie sieht Ihr Frauenideal aus, Andreas?“
„Stellen Sie sich heute Abend vor dem Anziehen vor den Spiegel, dann sehen Sie es.“
„Sie Schmeichler!“
„Nein, Sie sind wirklich eine sehr schöne Frau, Bea, ohne Schmeichelei.“
„Ich will es Ihnen glauben.“ Sie zauderte kurz. „Sagen Sie, Andriko, wollen wir uns nicht duzen? Ist doch viel unkomplizierter.“
„Ja, Bea, gern.“
„Aber jetzt schlafe ich wirklich.“ Sie lächelte und schloss die Augen. Nach kurzer Zeit hörte er Bea ruhig atmen. Er betrachtete ihr im Schlaf völlig entspanntes Gesicht, die schönen Brüste, den dichten Pelz ihrer Scham, ließ das Buch fallen und machte die Augen zu. Im Wegdämmern sah er Bea vor sich. Verführerisch blickte sie ihn an und spreizte, nach ihm verlangend, die Beine.
Als er aufwachte, fragte Bea, seltsam hintersinnig: „Hast du gut geschlafen?“
„Ja.“
„Und auch etwas Schönes geträumt?“
„Wieso fragst du?“
Sie blickte auf seinen Unterkörper, wo sich jemand halb aufgerichtet hatte. Er versteckte ihn unter den Händen.
Bea grinste. „So viel zu deinem Zweifel an einsetzender Erektion. Ich habe die Bilder schon fast vor Augen. Weiß nur noch nicht, ob ich dich im Liegen oder Sitzen male. Im Stehen würde es auch gut aussehen. Wirkt dann auf Frauen leicht bedrohlich.“ Sie lachte auf.
„Wann willst du mich denn eigentlich malen?“
„Gleich morgen Vormittag fangen wir an, denke ich. Zuerst mache ich Skizzen von dir. Danach können wir baden gehen. Vielleicht brauchen wir einige Tage, bis ich fertig bin. Ich will ja zwei, drei Bilder malen. Wollen wir, wenn du wieder vorzeigbar bist, ins Wasser?“
„Es geht schon.“ Er nahm die Hände vom Geschlecht.
„Dann los.“
Im Meer schwamm sie mit ruhigen, gleichmäßigen Zügen neben ihm her.
„Dein Brustschwimmstil ist richtig verkorkst, Andriko. Du hast es dir damals irgendwie falsch beigebracht. Na gut, du kannst nichts dafür. Hättest wirklich einen Schwimmlehrer gebraucht.“
„Hauptsache, ich kann nicht ertrinken“, schnaufte er.
„Das passiert nicht, zumindest jetzt. Ich habe eine Rettungsschwimmer-ausbildung.“
„Da bin ich ja beruhigt. Aber ich kehre trotzdem schon um.“
Nach dem Duschen wieder an ihrem gemeinsamen Platz angekommen, sagte Andreas: „Jetzt abtrocknen, eincremen, kühlen.“
„Ich gehorche.“ Bea rubbelte sich trocken und legte sich auf die Liege.
Als er diesmal mit dem Cremen am Hintern anlangte, sagte sie nichts, spreizte sogar deutlich die Beine. So rieb er vorsichtig den Po ein, besonders die entzündete untere Partie, glitt mit den Fingern zwischen die Schenkel, cremte noch sanfter. Ein paar Mal berührte er wie unabsichtlich ihr Pfläumchen. Sie atmete angespannt. Dann kamen ihre Beine dran. Er kitzelte sie in den Kniekehlen. Da kicherte sie und winkelte die Unterschenkel an. So konnte er auch die Waden gut einschmieren. Zum Schluss bekam Bea einen Klaps auf den Allerwertesten. „Fertig.“
„Oh, danke, Andriko. Du hast das ganz vorsichtig gemacht.“
„Ich will dir doch nicht wehtun. Bist schon genug gestraft.“
Nachdem sie sich die Vorderseite eingecremt hatte, sagte sie: „Jetzt bist du dran. Leg dich auf den Bauch.“
Er genoss, wie ihre Hände den Sonnenschutz auf seinen Schultern kräftig verteilten. Ohne zu zögern ging sie vom Rücken zum Hintern über. Dabei berührte sie einige Male auch seinen Hodensack.
Bei den Füßen angekommen, sagte sie mit etwas belegter Stimme: „So, die Vorderseite schmierst du dir selber ein.“
„Ja gleich.“ Als er sich erhob, wandte er ihr schnell den Rücken zu; sie hatte aber wohl doch etwas bemerkt, denn sie griente.
Plötzlich knurrte sein Magen laut.
„Da hat aber jemand Hunger“, lachte sie.
„Ja, ich muss was essen. Möchtest du auch eine Banane?“
„Gerne, ich teile dann mit dir meine Kekse.“
So schälten sie jeder eine Banane, knabberten die Kekse und tranken Wasser, das unter der Liege kühl geblieben war. Bea brachte den Abfall zum nächsten Papierkorb. Dann wiederholten sie das Zeremoniell des Schenkelkühlens. Wieder auf ihren Liegen, schlossen beide die Augen. Über ihnen rauschten die Feigenblätter im leichten Wind.
Als sie erwachten, war es gerade 15.00 Uhr.
„Jetzt muss ich aber nach Hause“, meinte Bea.
So packten sie zusammen, er überließ ihr das Geschirrtuch, und zogen sich an. Heute trug sie Shorts und ein knallbunt gemustertes bauchfreies Top.
Vor seinem Hotel verabschiedeten sie sich. Dabei umarmte sie ihn plötzlich. „Danke, Andriko, für den schönen Badetag. Also bis um sieben.“
„Ja, mach Dich hübsch. Ich möchte vor Giannis ein bisschen mit dir angeben. Und zieh feste Schuhe an. Der Weg auf den Berg ist holprig.“
„Wird gemacht.“ Sie drehte sich um und winkte ihm zu.
Im Hotel ging er auf sein Zimmer. Er stellte den Wecker und legte sich ausgezogen aufs Bett. Als der Wecker klingelte, erwachte er aus tiefem Schlaf und fühlte sich erholt. Er entschied sich für eine weiße Leinenhose, ein blau-weiß gestreiftes kurzärmeliges Hemd und feste Sportschuhe. Fünf Minuten früher als verabredet stand er vor dem Tor des Gartens, der das Haus umgab. Vom mit Zitronen- und Apfelsinenbäumen bestandenen Grundstück drang der Duft vollreifer Früchte, die verstreut auf dem Rasen lagen. Auf der Treppe zur Haustür standen links und rechts gefüllt rosa blühende Oleander, Myrten, Rosmarin, ein Kapernstrauch und rot blühende Geranien in Keramikkübeln. Dies war auf Kreta nicht üblich. Die Einheimischen liebten wegen der kargen Landschaft zwar Blumen, zogen sie aber, zweckmäßig-sparsam wie sie waren, in allen möglichen großen und kleinen Blechdosen, Hinterlassenschaften der Gastronomie.
Bea kam die Treppe herunter. Seinem Rat folgend hatte sie wegen des unebenen Weges den Berg hinauf ebenfalls feste Schuhe angezogen. Die weißen Jeans und die beige Hemdbluse standen ihr gut. Ein schmaler hellbrauner Ledergürtel betonte die Taille. Zwei Knöpfe der Bluse waren geöffnet, so dass er Einblick in den Ausschnitt hatte. Giannis würden die Augen aus dem Kopf kullern. Das Haar trug sie jetzt offen. „Du siehst umwerfend aus, Bea“, stellte er bewundernd fest.
„Danke, aber fall mir nicht wirklich um, Andreas. Sonst muss ich den Notdienst rufen.“
Am Garten und dem davor stehenden großen Johannisbrotbaum vorbei gingen sie durch einige Seitengassen und erreichten den Fuß des Berges. Er spürte eine seltsame Vertrautheit zwischen ihnen. Bea wirkte ruhig und entspannt.
„Giannis ist Grieche“, unterbrach er das Schweigen. „Maria hat er in Deutschland kennengelernt. Sie kocht jetzt vorzüglich kretische Gerichte.“
„Ich bin gespannt.“
Der Weg durch den Olivenhain bereitete doch etwas Mühe. Vor dem Restaurant angekommen, verschnauften sie und genossen den Ausblick. Unter dem Berg vor ihnen und dem Ort dehnte sich weit und endlos das Meer. Am Hafenkai lagen vertäut Fischerboote.
„Das ist wirklich schön“, sagte Bea sichtlich ergriffen. Von der See her wehte eine leichte Brise und formte ihre Brüste ab.
Sie setzten sich an einen Tisch am Rand der Terrasse. Das Restaurant stand auf einer Ebene, welche eine Nische im Berg bildete. Es waren noch nicht viele Gäste da.
Giannis, unter der Nase einen großen Schnauzer, kam aus dem Lokal, erkannte ihn. Der Kreter stürzte auf Andreas zu, umarmte ihn und klopfte ihm die Schulter. Bea gab er die Hand. Leicht irritiert wirkte der Wirt dabei. „Maria“, rief er, „Andrikos besucht uns.“
Die Frau, zwei Köpfe kleiner als ihr Hüne von Mann, eilte herbei, umarmte Andreas, gab Bea die Hand und musterte sie von der Seite. „Wollt Ihr Wein?“, erkundigte sich Giannis auf Deutsch und legte ihnen die Speisekarten auf den Tisch.
„Ja, von deinem selbstgemachten roten“, bekam er griechisch zur Antwort. „Wir suchen uns inzwischen das Essen aus.“ Die Wirtsleute verschwanden im Gebäude.
Bea und Andreas studierten die griechisch und deutsch geschriebene Speisekarte und wählten die Gerichte aus. Er riet Bea, auf Kreta stets Wein „home made“ zu bestellen. Der sei weit preiswerter als Flaschenwein und gut. Es könne nicht schaden, in den Tavernen stets den Wein, die Oliven, das Olivenöl und den Rakí zu loben. Die seien immer von den eigenen Hainen und Weinbergen, nach Familienrezepten hergestellt.
Als Giannis die Karaffe Wein, Gläser und zwei Oúzo mit Eiswürfeln brachte, nahm er die Bestellung entgegen: Octópus in Essig und Öl, eingelegte Zucchini, mit Ziegenkäse gefüllte Tintenfischtuben, Kaninchen mit wilden Kräutern, dazu Reis, und Hähnchen in Zitronensoße mit Rosmarinkartoffeln.
Der Wein war rubinrot, enthielt Aromen von Gewürzen und Früchten und schmeckte voll und rund. Beim Essen, wie üblich wurden alle Gerichte zugleich aufgetischt und sie aßen entsprechend der griechischen Tradition beide von allen Speisen, erzählten sie sich Schnurren aus dem Studium und von der Arbeit.
Weil Bea bemerkt hatte, dass er Giannis mit Gianni angesprochen hatte, wurde sie in das Geheimnis des vierten Falles im Griechischen, eines gesonderten Anredefalles, Vokativ genannt, eingeweiht. Bei männlichen Vornamen wurde dabei in der Anrede das „s“ am Namensende weggelassen.
„Dann heißen Sie eigentlich Andrikos?“
„Richtig.“
Zum Schluss servierte Giannis noch seinen berühmten Schafsjoghurt mit Honig und Nüssen, gekühlt und so steif, dass man ihn mit dem Löffel abstechen musste, und kretischen Rakí auf Kosten des Hauses.
Andreas bezahlte und lobte die Küche. Dem Wirt schwoll vor Stolz die Brust.
Inzwischen blinken rings um die Bucht von Plakiás Lichter in der Dunkelheit. Sie sind beschwipst und verabschieden sich von Giannis und Maria.
Vorsichtig gehen sie den spärlich beleuchteten Pfad hinunter. „Habe ich dir zuviel versprochen?“, fragt er.
„Nein, es war wirklich schön bei den beiden. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und geschmeckt hat es auch toll.“ Bea trippelt eine abschüssige Stelle hinab. Plötzlich schreit sie leise auf und stolpert. Er kann sie gerade noch auffangen. Sie lehnt sich gegen ihn. Da küsst er sie flüchtig.
„War das schon alles, Andriko?“, fragt Bea leise und sieht ihm in die Augen.
Er küsst sie erneut. Sie erwidert den Kuss. Zaghaft erforscht seine Zunge ihre Mundhöhle. Bea küsst ihn heftig. Sanft löst sie sich von Andreas. Sie gehen weiter. Nach ein paar Schritten nimmt sie seine Hand. Mit dem Zeigefinger streichelt er die Innenseite ihres Handgelenks.
Am Johannisbrotbaum angekommen, stehen sie unschlüssig voreinander. Sie lehnt sich an den Stamm. Diesmal küssen sie sich stürmisch. Wie balgende Kätzchen spielen die Zungen lange miteinander.
„Musst du eigentlich immer im Hotel schlafen?“, fragt sie ihn ernst.
Er begreift und lacht leise. „Nein ich kann mich auch morgen früh ins Hotel schleichen und das Bett etwas zerwühlen, damit die Zimmerfrau sich nicht wundert.“
„Dann komm.“
Sie gehen zum hinteren Eingang des Gartens hinein, links und rechts stehen Apfelsinenbäume, und steigen die Haustreppe hinauf. Bea schließt auf, knipst das Licht an und warnt ihn: „Erschrick nicht!“
Der kurze Flur endet an einem Bogen, durch den man die Innenräume des Hauses betritt. Über dem Bogen ist das hölzerne Relief einer nackten, sitzenden, mit breitem Mund lachenden Frau befestigt, die ihre Schenkel weit spreizt und die Vulva präsentiert. Eine altgriechische Baubó, die Unheil abwenden soll. Den Durchgang flankieren aus Blöcken von Olivenholz geschnitzte Geschlechtsteile von Mann und Frau. Die Holzklötze sind grob belassen, nur Vulva und Penis fein herausgearbeitet und poliert. Die inneren Lippen des weiblichen Geschlechts sind entfaltet. Ein Astloch verkörpert die Öffnung der Vagina. Der Penis ist stark, aufgerichtet, dick geädert, mit darunter hängendem strammen Hodensack.
„Oh, la la“, entringt sich ihm ein Ausruf der Verwunderung.
„Ja, Rena hat keine Bange, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Die beiden wurden erst kurz vor ihrer Abreise fertig. Sie litt wohl unter Entzugserscheinungen.“ Bea lacht schallend.
Sie betreten den großen, mit Fichtenholz gedielten Wohnraum. Eine Couch und Sessel aus grünem Leder umstehen den schlichten Tisch aus Olivenholz.
„Setz dich“, bittet Bea ihn. „Ich hole Wein aus dem Keller. Möchtest Du Musik? Rena hat viel von Míkis Theodorákis. Oder Milva?“
„Ja, gern.“
Im Raum erklingt Milvas einzigartige, leicht rauchige Stimme. Sie singt das Theodorákis-Lied: „Ich mag Dich, weil du klug und zärtlich bist und doch, das ist es nicht allein…“
Beatriz kommt mit einem Krug und zwei Gläsern, setzt sich zu ihm auf die Couch und gießt karminroten Wein ein. „Den bekommt Rena jedes Jahr vom Cousin ihres Mannes.“
Der Wein schmeckt leicht nach Sauerkirschen und Johannisbeeren und hat einen langen würzigen Abgang. Der Winzer verstand etwas von seinem Handwerk.
Sie stoßen an. Bea trinkt, küsst ihn und spült ihm dabei den angewärmten Wein in den Mund. Er schluckt überrascht. Unwillkürlich wird sein Glied in der Hose steif. Er löst Beas Gürtel und zieht ihr die Bluse über den Kopf. Seine Hände umfassen die Brüste. Er haucht Küsse auf beide wisí. Dann auf die Schultern, in die Halsbeuge. Sie erschauert. Ihren Achseln entströmt der Duft von Sandelholz.
Bea öffnet die Augen. „Wart noch einen Augenblick, Andriko. Nur noch ein bisschen.“ Sie steht auf, öffnet die Jeans, streift erst sie, dann den malvenfarbenen Slip hinunter und steigt aus den Sachen. „Ich bin wirklich gleich wieder da.“ Sie geht mit wiegendem Schritt ins Bad. Durch die geschlossene Tür hört er das Rauschen der Spülung, dann der Dusche. Es dauert wirklich nur ein paar Minuten.
Inzwischen ist auch er nackt. Er sieht ihr beim Abtrocknen zu. Wie geschmeidig ihr Körper ist. Er bewundert die gebogene Linie von ihrem Nacken über den Rücken, den Po bis zu den Waden. Die Brüste pendeln, umflossen von den langen Haaren. Sie lehnt sich an ihn und bietet ihm den Mund zum Kuss. Er küsst sie wild, umfasst ihre Hinterbacken und presst den Körper an sich. Der Penis bohrt sich in Beas Bauch. Sie nimmt das Glied und reibt es. An der Hand zieht sie ihn mit sich.
„Nein“, sagt er, „ich muss auch noch mal“, lässt ihre Hand los und geht ins Bad. Er schlägt sein Wasser ab, was gar nicht so leicht ist mit straffem Schwanz, und geht unter die Dusche. Flüchtig trocknet er sich ab.
Als er das Wohnzimmer betritt, ist es darin dunkel und still. Aus einem hinteren Raum dringt Licht.
„Hier bin ich“, ruft Bea. Sie liegt auf dem breiten Doppelbett, die Beine aufgestellt, die Schenkel gespreizt, so dass er direkt auf die Vulva sieht. Sie hält ihm ein Kondom hin. Er streift es über den steifen Schwanz und legt sich zu ihr. Sie umarmen und küssen sich. Er streicht über den Rücken, den Hintern, fasst in die Fülle des Haares und wühlt darin, streichelt die jetzt festeren Brüste und umrundet mit der Zunge die Spitzen. Sie stehen wie zwei Türmchen auf den Hügeln. Bea stöhnt. Er küsst sich abwärts über den Bauch zum Schoß, kniet sich vor das Bett und steckt den Kopf zwischen ihre Schenkel. Sie rutscht tiefer und legt die Beine auf seinen Schultern ab. Die Mohnknospe ist aufgeplatzt; aus ihr drängen die inneren Lippen. Ihr Geschlecht duftet wie eine Dschungelblume bei Nacht. Seine Zunge teilt die klebrigen Lippen der mouní. Er züngelt zwischen den äußeren und inneren Lippen, taucht die Zungenspitze etwas tiefer in den Schlitz, umspielt den Kitzler, der deutlich angeschwollen ist. Die Blütenblätter der inneren Lippen sind voll aufgegangen und leuchten rot. Die Öffnung liegt frei. Er presst den Mund auf das warme und feuchte Fleisch und stößt die Zunge tief in die Spalte. Seine Finger massieren den Venushügel. Plötzlich schreit Bea laut auf. Ihr Schoß vibriert und ein Schwall Flüssigkeit überflutet seinen Mund. Er schiebt die Hände unter die feuchten Pobacken, schlürft den Saft wie aus einer Schale, steckt die Zunge ins Loch. Die Quelle sprudelt erneut. Bea stöhnt, presst seinen Kopf mit den Händen auf die mouní, fährt ihm dann in die Haare und zieht ihn auf ihren Körper. Sie legt seine freie Hand auf die rosa überhauchten Brüste, deren blaue Adern deutlich zu sehen sind. Vorsichtig knetet er die wisí, die größer geworden zu sein scheinen, nimmt die Türmchen in den Mund und stürmt mit der Zunge gegen sie an.
„Nimm mich, Andriko“, sagt Bea mit rauer Stimme an seinem Ohr. „Fick mich. Ich halte es nicht mehr aus“. Sie führt seinen Schwanz an den Eingang der Scheide. Er schiebt sich in die nasse Höhle und beginnt mit langsamen tiefen Stößen.
Bea verschränkt die Beine auf seinem Rücken und drückt die Fersen gegen den Hintern. Er steigert das Tempo, stößt kurz und kraftvoll. Zitternde Wellen laufen über ihren Körper. Sie hechelt. Ihre Scheidenmuskeln pressen das Glied. Sie nimmt die Füße von seinem Hintern, stemmt sich ihm entgegen. Er rammt sie auf das Bett. Bea bäumt sich wieder auf, lässt sich dann fallen. Ihr Atem jagt. Sein Becken rotiert. Er holt tief Luft, hält sie an und presst seinen Schoß gegen ihren. In ihr spürt er Hitze aufsteigen. Urplötzlich schreit sie wie am Spieß. Als wäre ein Damm gebrochen, überschwemmt ihr Saft seinen Schwanz, rinnt am prallen Sack hinunter. Der Schrei endet mit einem klagenden Laut. Er bemerkt das fast schmerzhafte Ziehen in den Hoden und reitet sie nun hart. Bea wimmert. Jetzt kann er den Samen nicht mehr halten und ergießt sich in Schüben. Erschöpft sackt er auf ihr zusammen, wälzt sich dann zur Seite.
Sie schnappen nach Luft wie Fische auf dem Trockenen. So liegen sie wohl fünf Minuten. Er dreht sich zu ihr, küsst die geschlossenen Augen. Bea öffnet sie. Feucht schimmernd strahlen sie ihn an. Was für schöne Augen sie hat!
Sie kuschelt sich an ihn, kämmt mit den Fingern sein verschwitztes Brusthaar. „Danke“, sagt sie.
Er streichelt ihre Brüste, die nun wieder weich sind. „Du hast zwei wunderschöne wisí.“
„Was heißt das?“
„Brüste. Titten.“
„Und das?“ Sie nimmt seine Hand und legt sie auf ihren nassen Pelz. „Mouní, Möse.“
„Und das hier?“ Sie berührt den schlaffen Schwanz.
Púzoss.“
„Dein púzoss hat meiner mouní sehr gut getan, Andriko. Ich werde mich das nächste Mal gründlich bei ihm bedanken.“ Bea küsst ihn.
„Wann ist denn das nächste Mal?“, fragt er.
„Wann immer du willst. Und der púzoss wieder kann.“ Sie kichert, rollt das Kondom ab, lässt es neben das Bett fallen und zieht ein neues unter dem Kopfkissen hervor.“ Lachend sagt sie: „Keine Angst. Erst schlafen wir. Tust du mir einen Gefallen, Andriko?“
„Natürlich.“
Bea legt das Kondom auf den Nachtschrank, nimmt die Schachtel Penaten-Creme aus der Schublade und fragt: „Schmierst du mir die Schenkel ein?“
Er nickt. „Warte.“ Andreas tappt ins Bad, nimmt das Geschirrtuch von der Leine, macht es richtig nass, wirft sich ein Handtuch über die Schulter und kehrt zu ihr zurück. Noch einmal küsst er die leicht salzig schmeckende Möse. Vorsichtig wäscht er den Liebessaft von der entzündeten Innenseite der Schenkel und tupft alles trocken. Die Tücher wirft er vor das Bett, nimmt ihr die Tube aus der Hand und cremt die wunde Haut gründlich ein.
Bea seufzt zufrieden. „Kann ich in deinem Bett schlafen, Andriko? Meins ist ganz nass.“
„Ja. Natürlich.“ Er legt die Creme beiseite.
Sie nimmt ein großes Laken vom Fußboden auf, rutscht auf seine Bettseite. Er legt sich neben Bea. Sie breitet das Laken über beide, löscht das Licht der Stehlampe und schmiegt sich mit dem Rücken an seine Brust. Durch das geöffnete Fenster dringt das Rauschen der Bäume im Garten. Zitronenduft weht herein. In der Ferne bellt ein Hund.
„Komisch“, lacht Bea leise in die Dunkelheit.
„Was ist denn?“
„Eine Malerin lernt einen Mann kennen, vögelt schon am zweiten Tag mit ihm und hat ihn noch nicht einmal gemalt.“
„Darf eine Malerin erst mit einem Mann vögeln, nachdem sie ihn gemalt hat?“
„Quatsch“, sie lacht und drückt ihren Hintern gegen seinen Schoß. „ Es tut mir kein bisschen leid, aber findest du nicht, es ging ziemlich schnell mit uns?“
Er küsst sie auf die Schulter, lässt seine Hand auf ihre Hüfte sinken. „Ja“, murmelt er schläfrig, „wirklich verrückt!“

_________________________________________________________

Die Treppe

Alles wollte sie, nur dies nicht. Sie kannten sich seit Monaten. Aber sie kam mit seinem wechselhaften Benehmen, diesen abrupten Gefühlsschwankungen, einfach nicht klar. Dabei war er durchaus liebenswürdig, nur eben manchmal abweisend, als käme sie ihm zu nahe. Sie begriff nicht, wie er tickte. Und je mehr sie sich bemühte, ihn zu verstehen, desto mehr verschloss er sich ihr. Heute nun, das war der Höhepunkt. Sie stritten sich wie üblich über etwas Belangloses und plötzlich drehte er sich um und ging einfach.

Den ganzen Nachmittag grübelte sie über ihre Beziehung. Sie liebte ihn, trotz allem, und wollte ihn nicht aufgeben. So haderte sie mit sich selbst; aber schließlich fuhr sie, es war schon dunkel, zu ihm. Vorher war sie dort noch nie gewesen. Seltsamerweise trafen sie sich immer bei ihr.

An der Haustür des Backsteinhauses drückte sie auf seine Klingel. Er meldete sich nicht. Da wählte sie einfach irgendeinen Klingelknopf, gab sich als Havariehilfe der Hausverwaltung aus und schlüpfte hinein. Im Treppenhaus roch es nach Bohnerwachs und Kohleintopf. Sie stieg die knarrende Holztreppe hinauf. Dass es solche Häuser noch gab!

Vor seiner Wohnungstür angekommen, klingelte sie mehrmals, aber es rührte sich nichts.

Sie beschloss, auf dem Treppenabsatz zu warten. Irgendwann würde er schon kommen. Und so setzte sie sich hin, schrieb ihm eine WhatsApp, dass sie hier vor seiner Tür sei und checkte zum Zeitvertreib die Smartphone-Nachrichten. Eine halbe Stunde war vergangen; sie überlegte, einfach zu gehen. Leck mich…

Ein Mann um die 50 kam mit zwei Einkaufstaschen die Treppe herauf, betrachtete sie, offensichtlich verwundert, und stieg eine Treppe höher. Sie hörte die Tür ins Schloss fallen.

Nach einer weiteren halben Stunde, in der sie ständig zauderte, ob sie nicht doch besser gehen sollte, kam der Mann herunter und meinte: „Sie können hier doch nicht ewig warten. Vielleicht kommt er heute gar nicht mehr. Wollen Sie nicht wenigstens einen Tee trinken?“
Nach kurzem Überlegen nahm sie die Einladung an. In der Wohnung, die noch einen alten, aber gut gepflegten Dielenboden hatte, war es heimelig. Sie bekam einen Tee aufgebrüht, der nach Zimt roch, passend zur Vorweihnachtszeit. In einem Käfig am Fenster schmusten zwei Papageien.
„Sie sind gewöhnt, sagte der Mann, „dass ich sie um diese Zeit herauslasse. Stört es Sie?“
„Aber nein“, antwortete sie. Da öffnete der Mann die Käfigtür und sogleich flatterten die Vögel im Zimmer umher, setzten sich hierhin und dorthin. Ein
Vogel, ein Nymphensittich, wie der Mann erklärte, flog auf ihre Schulter und zupfte zart an ihrem Ohrläppchen und einer Haarsträhne.
„Der Vogel mag Sie“, sagte der Mann. „Hier, geben Sie ihm einen Hirsekolben.“
Sie nahm den Kolben und bot ihn dem bunten Vogel an. Der knabberte daran.

„Meine Frau“, erklärte der Mann, „liebte die Vögel. Sie hat sich viel mit ihnen beschäftigt. Aber nun ist sie schon ein halbes Jahr tot. Die Vögel vermissen sie wohl sehr.“
„Das tut mir sehr leid“, sagte sie.

Dann trank sie von dem aromatischen Tee; ein Gefühl von Geborgenheit umfing sie.

Angeregt unterhielten sie sich, während die Vögel um beide herumflogen und ab und zu laut kreischten. „Jetzt ist es genug“, entschied der Mann, klatschte in die Hände und sofort suchten die Vögel ihren Käfig auf.

„Wissen Sie“, sagte der Mann unvermittelt, „am schlimmsten ist, dass ich meine Frau nachts nicht mehr neben mir habe. Immer, wenn ich im Bett nach ihr fühle, spüre ich, da ist nichts. Ich bin allein. Furchtbar allein.“

Nach dem Tee tat sie ihm den Gefallen und trank mit ihm eine Flasche Wein. Plötzlich überkam sie ein seltsames Gefühl und sie fragte: „Wo ist denn Ihr Schlafzimmer?“ Er ging ihr voran.

Als sie sich auszogen, sah sie die dichten schwarzen Haare auf seiner Brust und an seinem Geschlecht. Sie wurde überrollt von einer Welle ungeheurer Zärtlichkeit. Wie sie dann im Bett nebeneinander lagen, fasste sie seinen steifen Schwanz und rieb ihn, bis sich der Samen über ihre Hand ergoss. Der Mann küsste ihre Brüste. Sie duldete seine Finger in ihrer jetzt feuchten Möse und erlebte einen kurzen Orgasmus. Eng umschlungen lagen sie beieinander. Dabei störte sie sich nicht am herben Geruch seines Körpers.

In der Nacht spürte sie ab und zu seine Hand, die nach ihr tastete, ihren Körper streichelte. Als seine Hand wieder einmal ihren Körper suchte, rutschte sie zu ihm hinüber. Sie hatte plötzlich große Lust auf ihn.

Er war wach und bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. Seine Hände kneteten ihre Brüste, die augenblicklich hart wurden. Er nahm die festen Beeren nacheinander in den Mund, umspielte sie mit der Zunge, saugte und biss vorsichtig hinein. Dann küsste er ihren Mund, dass sie fast keine Luft mehr bekam. Weit spreizte sie die Beine für ihn. Mit einem Ruck stieß er in ihre Möse, die bereits ganz nass war. Tief in ihrem Schoß fühlte sie das starke Glied; sie umklammerte seine Lenden mit den Schenkeln, ließ dann los und bäumte sich ihm entgegen. Nie zuvor hatte sie es so genossen, von einem Mann genommen zu werden. Berauscht fühlte sie den Orgasmus nahen und biss ins Kissen, um nicht laut zu schreien. Ein Orkan durchtobte den Körper und plötzlich war ihr, als versinke sie rettungslos in einem Strudel. Sie hörte den Mann stöhnen und spürte, wie sein Samen in sie strömte. Tränen schossen ihr in die geschlossenen Augen. Er küsste ihr die Tränen weg. Nach einer Weile löste er sich und drehte sich auf die Seite, ihr zugewandt. An ihn geschmiegt überkam sie der Schlaf.

Am Morgen bereitete er ein leckeres Frühstück: Spiegelei auf Schinken. Genauso wie sie es mochte: das Eiweiß etwas kross gebraten und das Eigelb noch flüssig.

Sie küsste ihn zum Abschied, verließ beschwingt die Wohnung und eilte die ächzende Treppe hinunter. Aus dem Fenster winkte ihr der Mann nach. Sie hob die Hand zum Gruß, wandte sich um und ging schnellen Schrittes zur S-Bahn-Station.

In diesem Augenblick wusste sie nicht, ob sie noch einmal dieses Haus betreten würde. Möglich schien es ihr. Vorher ginge sie dann aber in ein Zoogeschäft, um Hirsekolben zu kaufen.

 

_________________________________________________________

Der Abend

Sie hatten zu sechst bisher einen schönen Abend verbracht, zuerst in der abendlichen Sonne im Garten, dann im Haus, bei Kerzenschein, der flackernd die Gesichter erhellte. Zu Beginn des Abends zeigten die Gastgeber dem anderen, neu in den Freundeskreis aufgenommenen, Ehepaar ihr Haus. Wie bisher üblich, wollten sie alle darin übernachten.

Froh gestimmt und einander zugetan, führten sie gute Gespräche. Man spürte Harmonie. Die Köstlichkeiten der Küche und der gute Weißwein trugen ein Übriges zur gelösten Atmosphäre bei. Er bemerkte, dass seine Frau von dem neuen Mann fasziniert war. Sie lachte unablässig über seine Witze. Ihre Wangen röteten sich. Je weiter der Abend fortschritt, desto mehr nahmen lächelnde Blicke und unwillkürliche Berührungen zwischen den Frauen und Männern zu. Ihm schien, als sei ein Schleier geheimen Einverständnisses über das seit langem geplante Treffen gebreitet.

Nach Stunden verließ er das Zimmer und trat aus dem Haus hinaus in den gut gepflegten Garten der Gastgeber. Im Schein einer Gartenleuchte sah er seine Frau und den Mann, welchen sie heute kennengelernt hatten, nackt auf dem Rasen liegen. Er streichelte sie, schob seine Hand zwischen ihre Schenkel. Sie seufzte und umarmte ihn. Er war bemüht, mit seinem Knie ihre Beine zu öffnen. Zögernd, fast spielerisch, drehte sie sich mit geschlossenen Knien weg. Er küsste ihren Hals, fuhr mit der Hand über den Rücken zum Hintern und knetete ihn. Dann umfasste er die großen Brüste. Sie wandte sich ihm zu und spreizte weit die Beine. Beim Eindringen des Mannes in ihren Schoß stieß sie einen kleinen Schrei des Entzückens aus. Stürmisch nahm der andere Mann seine Frau. Heftiger, als sie es von ihm selbst gewöhnt war. Wie mit ihm stöhnte sie auch jetzt während des ganzen Aktes wollüstig. Schließlich hörte er ihren wilden Schrei beim Orgasmus, den er so liebte. Erschöpft ruhten sie eng umschlungen.

Während der ganzen Zeit, als er seiner Frau und dem Mann zusah, verspürte er nicht die geringste Eifersucht, sondern empfand sogar ein gewisses Glücksgefühl darüber, wie seine Frau sich dem Anderen voll Lust hingab. Dessen zärtliche Berührungen und ungestümes Drängen genoss, eines Mannes, den sie erst vor Stunden kennengelernt hatte. Sie schenkten einander etwas, was sie ihren Partnern nicht wegnahmen.

Er ging zurück ins Haus. Aus dem Schlafzimmer der Gastgeber, in das diese sich wohl zurückgezogen hatten, hörte er den immer intensiveren erotisierenden Rhythmus von Maurice Ravels „Boléro“. In der Küche sah er die Frau des neuen Paares, welche vor der Spüle stand und das Geschirr vorreinigte. Als sie nach ihrem Mann fragte, beruhigte er sie und versicherte ihr, es sei alles gut. Seine Frau fehle auch schon längere Zeit.

Wie unabsichtlich berührte er die Frau, der er sich jetzt sehr nahe fühlte, nachdem er sie den Abend über mit Interesse beobachtet hatte. Er spürte, wie sie sich beim Streicheln ihres Rückens entspannte, die Zärtlichkeiten des für sie noch fremden Mannes annahm und sich plötzlich, eine Schüssel rutschte ihr aus den Händen, fest an ihn lehnte.

_________________________________________________________

Drei

Er wusste nicht, was er von dieser Wendung halten sollte. Nach Monaten, in denen er die ihm so überaus sympathische Frau umwarb, von der er mehr als Freundschaft erhoffte, sagte diese plötzlich: Weißt du was, ich besuche Euch. So, als sei ein Widerspruch völlig unmöglich.

Er wusste, dass es das Dümmste war, eine als Geliebte begehrte Frau mit der Ehefrau zusammenzubringen. Aber er wusste nicht, wie er das, gegen den Widerstand der Begehrten, verhindern konnte. So überließ er alles seinem Lauf, bangend, ob dies glatt ginge.

Er schaffte es sogar, seiner Ehefrau den Wunsch der Freundin als seinen eigenen zu vermitteln, so dass diese schließlich, trotz Bedenken, die er nur ahnen konnte, neugierig geworden, zustimmte.

Der Abend verlief harmonisch. Sie hatten sich Mühe gegeben, ihn für die Freundin angenehm zu gestalten. Sowohl, was Essen und Trinken als auch die Musikauswahl, sie liebte die Lieder von Milva, entsprach.

Erstaunt beobachtete er, dass Frau und Freundin sich gut verstanden. Berührte die Freundin ihn gelegentlich, wie er es gewohnt war, wenn sie allein waren, erfolgte keinerlei Reaktion von seiner Frau. Als sei dies völlig normal. Und liebkoste er seine Frau, störte die Freundin sich nicht im Geringsten daran.

Ihm kam es vor, als handelten beide in geheimem Einverständnis, obwohl er sicher war, dass sie noch nie Kontakt miteinander hatten.

Plötzlich begann seine Frau, ihn vor den Augen der Freundin auszuziehen. Dann entkleideten sich auch beide Frauen. Ihn wunderte nichts mehr. Er erwiderte ihre abwechselnden Küsse und zärtlichen Berührungen. Als er völlig nackt vor ihnen stand, mit steifem Schwanz, lächelten sie einvernehmlich und führten ihn gemeinsam ins Schlafzimmer.

Sie ließen sich alle drei aufs Bett fallen. Die gegenseitigen Liebkosungen wurden intimer. Schließlich glitt er zwischen die Schenkel seiner Frau und nahm sie mit tiefen Stößen. Als diese stöhnte und sich im Orgasmus wand, ließ er von ihr ab. Er drehte die Freundin auf den Bauch. Von hinten, ihren festen Hintern bei jedem klatschenden Stoß am Unterleib spürend, ritt er sie, während sie ihn molk, bis sie schrie und ihr Liebessaft seinen Schwanz umspülte. Da konnte er nicht mehr an sich halten und entlud sich in ihr.

Als er morgens erwachte, auf jeder Seite eine tief schlummernde Frau, schätzte er sich unendlich glücklich. Etwas, was er nie gedacht hätte, war geschehen. Weibliche Liebe hatte über jede mögliche Eifersucht gesiegt.

_________________________________________________________

Ein Mann

Dieser Nachbar war ihr seit längerem aufgefallen. Er schien Inder oder Pakistani zu sein.

Er war ein attraktiver Mann, zweifellos. Braun gebrannt. Jedes Mal, wenn sie ihn im Fahrstuhl traf, sah sie seine schwarzen Augen auf sich gerichtet. Als werde sie von ihnen durchglüht. Das machte sie verlegen, obwohl sie sonst interessierte Blicke von Männern gewöhnt war.

Zudem wohnte er auch noch auf ihrer Etage.
Heute war sie ihm wieder im Fahrstuhl begegnet. Sie hatte eingekauft. Ihm gegenüber stehend und in den Anblick seiner nackten Füße in braunen Ledersandalen versunken, hörte sie sich plötzlich fragen: „Möchten Sie einen Apfel?“
Er schien verblüfft: „Ja, warum nicht?“
Sie kramte aus ihrem Korb einen großen roten Apfel hervor.
Er nahm ihn. „Danke.“
Sie stellte sich vor, wie der Mann mit breiter Hand statt des Apfels ihre Brust umfasste. Sie schloss die Augen. Ihr schwindelte.
„Geht es Ihnen nicht gut?“, fragte der Mann in akzentfreiem Deutsch.
Sie schlug die Augen auf. „Doch, doch. Alles in Ordnung.“
In ihrer Etage angekommen, verabschiedeten sie sich erstmals mit einem Lächeln. Seines schien irgendwie wissend zu sein.

Den ganzen Abend über dachte sie an ihn. Was, wenn sie einfach zu ihm hinüber ginge? Ohne jede Hemmung, ohne falsche Scham? Er war ein Mann, der ihr gefiel.

Sie verließ ihre Wohnung, ließ die Tür ins Schloss fallen und trat vor seine Tür. Erstaunlicherweise war die einen kleinen Spalt geöffnet. Sie betrachtete dies als Einladung und ging hinein. Vom Flur aus hörte sie Geräusche. In der Tür zum Wohnzimmer stehend, bemerkte sie auf der Couch den Mann über einer dunkelhaarigen Frau. Er stieß diese mit einem so großen Schwanz, wie sie selbst ihn sich immer bei einem Mann gewünscht hatte. Er bemerkte sie und sah sie an, ohne dabei von seiner Partnerin zu lassen.

Sie wandte, am ganzen Körper erschauernd, ihren Blick ab und verließ die fremde Wohnung.

Morgen würde sie bei dem Mann klingeln, ihn fragen, wie der Apfel geschmeckt habe und ihm bis in sein Wohnzimmer folgen.